EU-Auktionen: Nicht nur billig – Non-Price-Kriterien werden ernst
Die EU konkretisiert Non-Price-Kriterien in Erneuerbaren-Auktionen: Resilienz, Nachhaltigkeit, Cybersecurity & Responsible Business Conduct rücken stärker in den Fokus.
Über Jahre war die Logik vieler Auktionen simpel: Wer am günstigsten anbietet, gewinnt. Genau das ändert sich gerade – schrittweise, aber spürbar.
Mit einer EU-Implementing Regulation wird der Rahmen für Non-Price-Kriterien in Erneuerbaren-Auktionen konkretisiert. Neben dem Preis sollen (je nach Ausgestaltung im Mitgliedstaat) Kriterien wie:
- Resilienz/Sustainability
- Cybersecurity
- Responsible Business Conduct
eine größere Rolle spielen. In der Regelung wird u. a. ein Umfang genannt: mindestens 30% des jährlich auktionierten Volumens oder alternativ 6 GW/Jahr pro Mitgliedstaat.
Warum ist das für Solar wichtig?
Weil Solarprojekte zunehmend „Systemkritisch“ werden: Sie hängen am Netz, brauchen digitale Steuerung und Monitoring, und die Lieferketten werden politischer bewertet als früher.
Das kann mittelfristig Auswirkungen haben auf:
- Dokumentation der Lieferkette (Transparenz, Herkunft, Standards)
- IT/OT-Sicherheit in Monitoring- und Steuerungssystemen
- Nachhaltigkeitsnachweise und Qualitäts-/Compliance-Standards
Einordnung
Das ist kein „Sofort-Umbruch“ im nächsten Monat – aber die Richtung ist klar: Solar wird als Infrastruktur betrachtet. Und Infrastruktur wird nicht nur nach Preis bewertet.
Quellen
- EUR-Lex: Commission Implementing Regulation (EU) 2025/1176 (Non-price criteria): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=OJ%3AL_202501176