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Deutschland 28. Dezember 2025

Deutschland 2025: PV läuft weiter, aber die Themen werden erwachsener

2025 war nicht nur 'mehr PV'. Es ging plötzlich um Netze, negative Preise, Direktvermarktung – und darum, wie man Solar sauber integriert.

#Photovoltaik #Energiewende #Netze #Solarspitzengesetz #Wind

Man merkt es im Alltag (und in den Projekten): 2025 war nicht mehr dieses reine „wir bauen einfach überall PV hin“. Klar, PV ist weiterhin der Motor, aber die Fragen sind härter geworden: Wie kriegen wir das ins Netz, was passiert mittags mit dem Strompreis, und warum dauert eine Anmeldung manchmal immer noch länger als das eigentliche Dach.

PV: weiter hoch, aber nicht mehr nur Dach

Wenn man sich die Registerdaten anschaut, liegen wir in Deutschland bei rund 115 GW PV-Leistung (Stand November 2025, Datenstand 15.12.2025). Die Zahl ist so groß, dass man sie fast nicht mehr fühlt, aber sie ist real, und es sind auch Millionen Einheiten im Markt (ja, auch Balkonkraftwerke zählen da mit rein).
Was ich daran spannend finde: Es gab Monate mit über 2 GW Nettozubau, und dann wieder Monate, wo es eher „normal“ war, insgesamt wirkt es wie ein System das atmet, nicht wie ein einzelner Hype.

Wind: Genehmigungen ziehen an (endlich)

Bei Wind war 2024/2025 dieser Punkt wichtig: Mehr Genehmigungen heißt später mehr Inbetriebnahmen, und da hat die Bundesnetzagentur für 2024 Rekord-Genehmigungen gemeldet (knapp 15 GW an Land). Das ist nicht sexy, aber für die Energiewende ist es genau der Hebel, den wir brauchen.

Negativpreise: das Thema war plötzlich überall

2025 hat sich das mit den Negativpreisen gefühlt vom Fachgespräch in den Alltag geschoben. Und ja: Wenn mittags die Sonne ballert und der Verbrauch nicht nachzieht, dann passiert eben das, was ökonomisch passieren muss: der Preis kippt.
Das ist nicht „PV ist schuld“, das ist eher „wir haben zu wenig Flexibilität“: Speicher, Lastverschiebung, dynamische Tarife, steuerbare Verbraucher. Und wenn man ehrlich ist, genau darum ging’s in vielen Debatten dieses Jahr.

Der nächste Schritt ist Integration (und weniger Papierkram)

Meine persönliche Takeaway aus 2025:

  • PV bleibt der schnellste Ausbaupfad, aber ohne Speicher/Lastmanagement wird es unschön (für Betreiber und fürs Netz).
  • Netze & Messkonzepte (Smart Meter, Steuerbox, Fernsteuerbarkeit) werden zum Standard-Thema.
  • Bürokratieabbau ist weiterhin nötig, weil es sonst in der Praxis einfach hängen bleibt, und da hilft uns kein politisches Zielbild.

Quellen (Auswahl)